Kooperation Thailand – Mönchengladbach (2. Januar bis 10. Januar 2020)

Wai (thailändisch ไหว้) Thailand! Wir verbeugen uns vor Dir!

Der Wai ist eine traditionelle Geste, die in Thailand üblich ist. Sie ist sowohl eine Grußhandlung als auch eine Respektbezeugung sowie ein Zeichen besonderen Dankes.

Zwei Kolleginnen, zwei Kollegen und ein Pensionär des Berufskollegs am Platz der Republik für Technik und Medien machten sich in den Weihnachtsferien auf den 12 stündigen Flug nach Bangkok, um den Besuch der drei thailändischen Kollegen in Mönchengladbach aus dem letzten Jahr zu erwidern und die Kooperation mit dem E-Tech-College in Bangkok weiter voranzutreiben.

Beeindruckt von der Größe des Landes, berührt von der zuvorkommenden Freundlichkeit der Menschen und überwältigt von der völlig anderen Lebens- und Lernkultur kamen sie nun zurück.

„Wir wollen einen interkulturellen Austausch erreichen“, erklärt Matthias Frecking. „Zunächst wollen wir uns gegenseitig kennenlernen, Hemmungen abbauen und Vertrauen aufbauen. Im Anschluss daran, wollen wir eine Kooperation miteinander eingehen, die auch einen Schüleraustausch beinhalten soll.“

16.000 Lernende am E-Tech College
Was hat die Kolleginnen und Kollegen besonders nachhaltig beeindruckt? „Das Essen auf jeden Fall,“ meint Joachim Pütz und lacht schallend. „Frische Meeresfrüchte, scharfes Curry und ganz viel Reis.“ „Aber ernsthaft: Die schiere Größe des E- Tech Colleges ist grandios. Hier lernen 16.000 Schülerinnen und Schüler auf einem großen Campus. Dadurch dass die Schule Schulgebühren erhebt, hat sie einen großen Etat und damit ganz andere Möglichkeiten der technischen und medialen Ausstattung. So gibt es ein 30mal schnelleres Internet als bei uns, Elektroautos an denen gelernt wird, eine riesige Automatisierungshalle, eine eigene Krankenstation und ein „Drogenlabor“, in dem die Schülerinnen und Schüler sich auch schon mal einem Drogentest unterziehen müssen.“

Ein wenig seltsam wird Kirsten Meyer zumute, wenn sie die Klassensituation im E-Tech College beschreibt. „In einer Klasse lernen 52 Schülerinnen und Schüler. Es ist ein rein rezeptives Lernen, mündliche Mitarbeit wird nicht erwartet, denn Fragen gelten als ein Zeichen von Schwäche. Die Unterrichtenden sprechen über ein Mikrofon zu den Schülerinnen und Schülern. Die Lernenden brauchen ein hohes Maß an eigener Motivation, dem Lernstoff zu folgen und aufmerksam zu bleiben. Die Lehrer-Schüler-Aktion ist respektvoll und wertschätzend“. Insgesamt 5 Jahre lernen die Schülerinnen und Schüler auf einer thailändischen Berufsschule, teilweise mit 64 Fächern. Die Werkstätten und Ausbildungsmöglichkeiten sind beeindruckend, aber nicht an einen dualen Partner gebunden. Der Unterricht findet nicht handlungs- oder problemorientiert statt.

„Das ist etwas, was wir den Thailändern vermitteln können“, meint Meinhard Flintz. „ – auch die Bedeutung eines dualen Partners. Denn wenn in Thailand ein Mercedes verkauft werden soll, wird auch ein speziell ausgebildeter KFZ-Mechatroniker benötigt, der die Autos vor Ort wartet.“


Soziale Verpflichtung
Fasziniert erzählen die Kolleginnen und Kollegen auch von der Teilnahme an der Morgenzeremonie des Colleges, mit der jeder Schultag beginnt. Alle Schülerinnen und Schüler der Schule versammeln sich sitzend auf einer großen Freifläche. Zuvor verteilen Mitarbeiter an diesem Donnerstag Essensspenden an die zahlreichen buddhistischen Mönche, die in orangerote Gewänder gekleidet, an langen Tischen die Spenden entgegennehmen. Um 8 Uhr steht das gesamte öffentliche Leben für die Nationalhymne still. Es folgen die Vermeldungen des Tages oder wie an diesem Tag, die Begrüßung der deutschen Delegation mit dem deutschen Botschafter Jan Scheer, Vertretern der Deusch-Thailändischen Handelskammer, Markus Hoffmann CIM Fachkraft im ExperTS Programm und mit der feierlichen Unterzeichnung des MOU, des Memorandums of Understanding durch Frau Battenstein als Schulleiterin und Herrn Prasert Klinchoo, Direktor des E-Tech Colleges.