„Das Parfüm“ und die Ausstellung in Düsseldorf

Das passte doch gut! Im Anschluss an eine Unterrichtsreihe zu Patrick Süskind „Das Parfüm“ konnte die GOX 30 eine temporäre Ausstellung zur geheimen Macht der Düfte in Düsseldorf besuchen. „Die Schau richtet sich an alle Altersgruppen und verbindet multisensorisches Erleben mit gesellschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Perspektiven. Besucher*innen riechen Geschichte – und entdecken dabei vielleicht auch ein Stück ihrer eigenen.“

So sah das auch Hryhorii Zhuhanov aus der GOM 30:

„Düfte wecken unterschiedliche Erinnerungen und spielen oft mit unseren Emotionen ein „Verstecken“. Mehrere unserer Erlebnisse sind tief im Kopf wie in einem Kästchen vergraben und die mächtigen Düfte wirken wie ein Schlüssel dazu. Doch es ist nicht immer leicht, dieses Kästchen zu finden. Zunächst tauchen nur die reinen Emotionen auf: Das dominierende Gefühl aus der Vergangenheit wird genauso oder sogar intensiver nach der Wahrnehmung eines Geruchs gespürt. Das Interessanteste daran ist, dass dies unbewusst und nicht kontrollierbar geschieht.
In diesem Zusammenhang würde ich Gerüche eher als einen Kompass bezeichnen, der lediglich den Vektor unserer Gefühle anzeigt. Ob man dieser Richtung folgt, hängt allein vom Besitzer dieser „Pandora-Büchse“ ab. Denn Fluch und Gnade der Düfte liegen darin, dass alle Erinnerungen wiederhergestellt werden können – egal, ob sie positiv oder negativ sind.

Diese Ausstellung zeigte mir außerdem, wie prägend Kindheit und Jugend für die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen sind. Die Assoziation von J’adore Dior mit meiner Mutter und CK One als mein erstes Parfum, geschenkt von meiner Schwester, hatten eine beruhigende Wirkung auf mich und gaben mir Zuversicht – wie damals. Darüber hinaus sind diese Aromen für mich die Verkörperung von Unterstützung und Familie.

Das Ergebnis einer kurzen Selbstreflexion zeigte mir, was die Wurzel meiner Sturheit, meiner Zielorientierung und die Grundlage meines Egos ist – eine komplexe, aber dennoch liebevolle Familie. Auch aus der Geschichte von CK One wurde mir klar, wie passend dieser Duft zu den empathischen Zügen meines Charakters ist: Es war das erste Unisex-Parfum, das nicht nur kommerzielle Vorteile brachte, sondern auch die Gleichwertigkeit von Frauen und Männern als Teilnehmende der Gesellschaft symbolisierte.“