Für ein solidarisches Miteinander in unserer Stadt

„Ich fürchte mich nicht“, sagt eine der beiden Mitarbeiterinnen des Queeren Zentrums Mönchengladbach selbstbewusst und bemerkenswert ruhig. „Wenn ich zum Zeitpunkt des Vandalismus vor Ort gewesen wäre, hätte ich keine Angst gehabt, mich diesen Menschen entgegenzustellen. Denn wer Angst hat, macht sich angreifbar!“

In der Nacht zum 14. April 2026 haben Unbekannte die soziale Anlaufstelle und den politisch-kulturellen Raum für queeres Leben in Mönchengladbach auf der Stepgesstraße angegriffen. Dabei wurde die Frontglasscheibe mit einem Pflasterstein zerstört. Zudem beschmierten die Täter die Eingangstür mit einem Hakenkreuz und dem Schriftzug „Wir kommen!“. Die Tat wird als gezielter Angriff gewertet und sorgte bei unseren Schülerinnen und Schülern für große Betroffenheit. Als Zeichen der Solidarität besuchten deshalb die GTA-Unterstufe gemeinsam mit den Unterrichtenden Herrn Bostanci und Frau Althaus das Zentrum, um ihre Unterstützung zu zeigen.

Viele Menschen aus der LGBTQ-Community besuchen diesen Ort an der Stepgesstraße und fühlen sich dort wohl. Dieser „Safe Space“ wird nun plötzlich von Angst überschattet. Verständlich, denn die formulierte Drohung wirkt beängstigend. „Eigentlich sind Anfeindungen und Einschüchterungen aus dem rechten Spektrum nichts Neues“, berichten zwei weitere Mitarbeiter. „Beim letzten CSD in Mönchengladbach haben rechtsradikale Gruppen unter dem Motto „Kein Genderschwachsinn in unserer Stadt!“, gegen uns protestiert.“

Unsere Schülerinnen und Schüler werden aufgefordert, Fragen oder Gedanken zum Thema „Gleichberechtigung“ zu äußern. Die zahlreichen Wortmeldungen und die angeregte Diskussion führen zu mehr Aufklärung und zu einem größeren Verständnis für die queere Community.

Natürlich führt das Gespräch auch zu den Anfeindungen rechtsradikaler Gruppierungen. Hier haben die Mitarbeiterinnen des queeren Zentrums einen klaren Wunsch an die Lernenden:

„Geht wählen und informiert euch. Jeder ist in unserem Zentrum willkommen“, sagen die beiden Frauen. „Wenn ihr in der Gesellschaft etwas Negatives über queere Personen hört, dann stellt euch diesen Aussagen mit den Erfahrungen von heute entgegen. Denn wenn jeder von euch auch nur eine Person aufklärt und diese wiederum andere, haben wir schon eine Menge erreicht.“

Deshalb ist für uns als Schule mit der Auszeichnung: Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage besonders wichtig: „Seht nicht weg, wenn ihr Ungerechtigkeit miterlebt! Denn Meinungsfreiheit hört dort auf, wo die Rechte eines anderen Menschen eingeschränkt werden.“