Damit hatten wir alle nicht gerechnet!

Seit drei Wochen hat uns ein mikroskopisch kleiner Virus gezwungen, unsere tägliche Routine aufzugeben. Die fast 2200 Schülerinnen und Schüler fanden sich von jetzt auf gleich in einem ungeplanten Ferienmodus wieder.

Erst langsam im Laufe der zweiten Woche wich dieses Gefühl einem zunehmenden Unbehagen, denn vor allem den diesjährigen Prüfungsklassen in allen unseren Bildungsgängen wurde klar, dass die Prüfungserwartungen nicht geringer geworden sind, nur weil der Unterricht in der Schule ausgesetzt ist und der Prüfungsstoff nicht von alleine in das auf Ferienmodus eingestellte Gehirn wandert.

Und eure Lehrerinnen und Lehrer?

Die ersten Tage dieser ungewollten unterrichtsfreien Zeit nutzten wir, um uns zu „organisieren“. Die EWS (die Erweiterte Schulleitung) tagte noch einmal in großer Runde unter Wahrung des gebotenen Abstands und versuchte auf die drängendsten Fragen Antworten zu finden.

Wie lange soll der Zustand anhalten? Wird es in diesem Jahr Abiturprüfungen geben? Wie gehen wir mit den Noten um? Was machen wir, wenn Schülerinnen und Schüler oder Kolleginnen und Kollegen erkranken? Darf das Schulgebäude geöffnet bleiben? Was ist mit unseren unentbehrlichen Mitarbeiterinnen des Sekretariats? Wie bleiben wir miteinander in Kontakt? Wie unterrichten wir unsere Schülerinnen und Schüler weiter? Was sagt unser Dienstherr, die Bezirksregierung, zu all den drängenden Fragen, usw.

Ab der zweiten Woche hatten wir uns dann „sortiert“.

Die Kolleginnen und Kollegen arbeiteten sich in verschiedene Videokonferenztools ein. Absprachen, kleinere Konferenzen, Fortbildungen und Planungsgespräche wurden so möglich. Nicht immer funktionierte das reibungslos. Zu unterschiedlich sind unsere digitalen Möglichkeiten, aber auch persönliche Animositäten einzelnen Anbietern gegenüber spielten eine Rolle. Aber wir sind aufeinander zugegangen. Die IT-Fachlehrer waren mit ihrer Kompetenz und ihrer Hilfsbereitschaft gefragt wie nie. Jetzt klappt vieles so gut, dass wir bereits mit Blick auf kommende, „normalere“ Wochen mit den neu gewonnenen und eingeübten Kompetenzen planen.

Und die Schülerinnen und Schüler, Studierende, Azubis?

Wir haben den Anspruch, mit euch, mit Ihnen, in Kontakt zu bleiben. Fachlich gesehen spielen wir auf der Klaviatur aller digitalen Möglichkeiten.

Die Kolleginnen und Kollegen der Fachschule bieten erfolgreich Online-Unterricht an und nutzen dazu die Online-Lernplattform EDMODO. Hier können in Chats Einzelfragen gestellt werden oder Dokumente in der Cloud gemeinsam bearbeitet werden. In der Berufsschule arbeiten die Auszubildenden am Projekt ZWINGLI und müssen in Abständen in kurzen Online-Tests ihre Wissenserweiterung unter Beweis stellen. Unter dem Motto „Wir können auch online“ konstruieren die Fachschüler Maschinenbautechnik die Karosserie für ein selbstfahrendes Auto. Im Beruflichen Gymnasium und der Fachoberschule werden die Schülerinnen und Schüler jeden Tag per Mail oder WHATSAPP mit Aufgaben „versorgt“, die bei Bedarf nach Korrektur und mit Verbesserungsvorschlägen an diese zurückgesendet werden. Die Berufsfachschule und die Ausbildungsvorbereitung haben für alle ihre Schülerinnen und Schüler einen Aufgabenpool auf der Homepage bereitgestellt. Die Gestaltungstechnischen Assistenten werden von Ihren Lehrerinnen und Lehrern darüber hinaus zu einer Challange herausgefordert, bei der sie ihre Kenntnisse im Bereich Photoshop anwenden und erweitern können.

Ziel ist es, euch und Ihnen zu zeigen, dass die Arbeit auf beiden Seiten weitergeht, auch wenn wir uns nicht mehr gegenübersitzen. Unsere Aufgaben bieten die Möglichkeit, fachlich „dran“ zu bleiben und die Lerntechniken nicht zu vergessen.

Was ist mit den Prüfungsklassen?

Die Schülerinnen und Schüler sowie die Studierenden der Prüfungsklassen hat es in diesem Jahr besonders schwer getroffen. Die Unsicherheiten, ob die Abiturprüfungen, die Fachschulprüfungen, die Fachoberschulprüfungen und die Berufsabschlussprüfungen überhaupt stattfinden, war zunächst groß. Natürlich haben wir als Lehrerinnen und Lehrer Verständnis dafür, dass sich die Bezirksregierung zunächst beraten muss und Entscheidungen in dieser Zeit nicht unbedingt endgültig sein müssen. Trotzdem ist es für uns und für Sie oder euch eine mit großer Unsicherheit und Ängsten belastete Zeit. Jetzt wissen wir zumindest, dass die Prüfungen stattfinden- wie diese im Einzelfall durchgeführt werden, sollen wir und damit Sie und ihr ab dem 15. April erfahren.

Bis dahin heißt es also: Dranbleiben, unsere Lernangebote nutzen und darauf vertrauen, dass wir Sie und euch im Blick behalten. Wir können uns die Unsicherheit vorstellen und tun unser Bestes, um Sie und euch gut durch diese Zeit zu bringen.

Vielleicht wird es etwas ganz Besonderes, Teil des „Corona-Jahrgangs“ am Berufskolleg für Technik und Medien in Mönchengladbach gewesen zu sein. Wir freuen uns auf unser Wiedersehen und werden dankbarer sein als zuvor.

Bleiben Sie – bleibt ihr – gesund. Das wünschen wir in diesen Tagen voller Überzeugung!

Eure Lehrerinnen und Lehrer des BK-TM